Britt Hogstad Hansen - Norwegische Gästeführerin Foto: Britt Hogstad Hansen

Britt Hogstad Hansen - Norwegische Gästeführerin und Kulturvermittlerin

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Potsdam – ein oft übersehenes Schmuckstück

Dass große Teile Potsdams auf der Liste des UNESCO-Welterbes stehen, verstehen alle, die bereits die Gelegenheit hatten, sich hier ein oder mehrere Tage aufhalten zu dürfen. Denn Potsdam hat weit mehr zu bieten als einen unpersönlichen Besucherparkplatz und einen kurzen stressigen Pflichtbesuch im Schloss “Sanssouci”. Potsdam, direkt bei Berlin gelegen, ist eine unglaublich schöne, interessante und vor allem eigenständige Stadt.

In der Preußischen Blütezeit waren Berlin und Potsdam abwechselnd Residenzstadt. Viele preußische Kurfürsten, Könige und Kaiser zogen Potsdam für sich und ihre Nachkommen als Wohnort vor. Jeder trug durch seine Bauaktivitäten dazu bei, Potsdam zu entwickeln und das Erscheinungsbild der Stadt nachhaltig zu beeinflussen. Getrieben von dem Wunsch, sich mit den anderen Königshäusern messen zu können, haben die preußischen Herrscher von anderen Regionen Europas sowohl den Architekturstil übernommen als auch die hierfür notwendigen Handwerker angesiedelt. Aus diesem Grund stellt sich Potsdam als eine internationale Stadt dar, u.a. mit einem “Holländischen Viertel”, einer “Russischen Kolonie”, einem “Chinesischen Haus”, italienischen Villen, einem französisch inspiriertem Schloss, englischen Gärten und einer orientalischen Moschee.

Selbst einen norwegischen Beitrag findet man in Potsdam – die Matrosenstation “Kongsnæs”. Während des Kalten Krieges führte die Nähe zu West-Berlin dazu, dass Abschnitte der Berliner Mauer durch die Potsdamer Schlossgärten und auch durch die Matrosenstation Kongsnæs verliefen.

Potsdam ist aber nicht nur als ehemalige Residenzstadt bekannt sondern auch als Filmstadt. In den Babelsberger Filmstudios wurden u.a. die ersten Filme mit Marlene Dietrich gedreht. Auch die Filme mit dem Sandmann sind hier entstanden. Die Filmstudios, in denen heute noch viele Filme gedreht werden, führten auch dazu, dass sich in den 20er und 30er Jahren viele Filmstars hier ansiedelten. Es waren ihre Villen, in denen Churchill, Truman und Stalin wohnten, als sie im Potsdamer Schloss Cecilienhof maßgeblich die Weichen für die europäische Nachkriegszeit stellten.

Trotz der spannenden Vergangenheit muss man die Stadt nicht nur durch die historische Brille betrachten. Potsdam stellt sich heute als eine schöne, am Wasser gelegene moderne Stadt dar, die viele gemütliche Läden, Cafés und Restaurants besitzt. Besonders an einem warmen Abend sollten Sie am Nauener Tor das leckere Essen, einen guten Drink und die Lebendigkeit der Stadt genießen.

Sollten Sie beschließen, im Dezember nach Potsdam zu reisen, empfehle ich Ihnen, den einzigartigen Weihnachtsmärkten Potsdams einen Besuch abzustatten. Hier können Sie Weihnachtsstimmung zusammen mit regionalen Spezialitäten - wie Grünkohl mit Knacker oder gebrannte Mandeln - und natürlich einem heißen Glühwein (mit oder ohne Schuss) genießen.

Wenn sich das spannend anhört, gibt es hier weitere Informationen:

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